Welche Störungen kann Elektrosmog verursachen?

Es gibt eine Vielzahl von negativen biologischen Folgen durch Elektrosmog. Angefangen von Befindlichkeitsstörungen, wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder Unwohlsein, bis zu Krankheiten, wie Unfruchtbarkeit oder Krebs, gibt es viele biologische Effekte, die in einem direkten Zusammenhang mit Elektrosmog gebracht werden.

Deswegen hat auch der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und regionale Angelegenheiten und des ständigen Ausschuss des Europarates, im Mai 2011 die Handystrahlung in die Kategorie 2b als möglichweise Krebserregend eingestuft. Die Direktorin der Europäischen Umweltagentur der Europäischen Union Jacqueline Mc Glade hatte deshalb auch schon bereits im Oktober 2007  alle Mitgliedsstaaten aufgerufen, das sie: „alle zumutbaren Maßnahmen ergreifen (sollten), um die Exposition elektromagnetischer Felder zu reduzieren” (siehe auch unter Stellungnahmen).

 

Es gibt eine von Vielzahl störenden gesundheitlichen Einflüssen durch Elektrosmog, die bereits im Jahre 1995 in einem Bericht von der Amerikanischen Strahlenschutzbehörde  NCRP (Nationaler Rat für Strahlenschutz und Strahlensicherheit in der USA) einmal umfassend erfasst worden sind:

Biochemische Veränderungen

Intrazelluläre biochemische Veränderungen in der Folge von niederfrequenter magnetischer Feldexposition umfassen Effekte auf boten- und zellwachstumsassoziierte Enzyme und Veränderungen in der Proteinbiosynthese. Es bestehe ,,die Möglichkeit kombinierter Wirkungen von Chemikalien und niederfrequenten Elektromagnetischer Felder (EMF) als Krebspromotoren.

Immundefekte

,,In zusammengefassten epidemiologischen Befunden von Bevölkerungs- und Arbeitsplatzstudien korrelieren niederfrequente EMF-Expositionen mit einer erhöhten Rate von Leukämie bei Kindern und Erwachsenen. Einige dieser Studien legen eine Dosisabhängigkeit bei Langzeitexposition nahe.” In Laborstudien fiel die natürliche Abwehrreaktion der T-Lymphozyten, die dem Immunsystem von Mäusen entnommenen waren, bei Exposition mit niederfrequenten elektrischen Feldern und nach Kombination von elektrischen und magnetischen Feldern vermindert aus.

Geninduktion

(Es) wurde nachgewiesen, dass niederfrequente magnetische Felder den Gentranskriptionsprozess beeinflussen; Teile des genetischen Codes werden unterdrückt, so dass es zu Veränderungen in der Synthese von Zellproteinen kommt. Dies könne ,,zu einer verminderten Kontrolle des Zellwachstums und schließlich zu unreguliertem Wachstum führen.”

Fortpflanzung

,,Eine Serie von Studien in Skandinavien und den USA haben von einem erhöhten Fehlgeburtenrisiko in Verbindung mit Bildschirmarbeitsplätzen berichtet, inklusive Hinweisen auf eine Dosisabhängigkeit.” Studien an Mäusen, Ratten und Schweinen erbrachten sämtlich eine Zunahme von Missbildungen.

Beschleunigte Tumorzellbildung

In Tier-Tumormodellen wurde über eine Zunahme der Tumorinzidenz und eine verkürzte Latenzzeit bis zur Manifestierung des Tumors berichtet…. ,,Diese Befunde stimmen mit der Möglichkeit überein, daß eine verlängerte Exposition gegenüber niederfrequenten Feldern zu einem fortschreitenden Klonen bereits veränderter Zellen zu einem weiter krebsig entarteten Stadium führt.”
Quelle: NCRP-Bericht 1995 (Nationaler Rat für Strahlenschutz und Strahlensicherheit in der USA)

 

Sehr entscheidend für die Stärke der negativen Auswirkung des Elektrosmog ist neben der Dosis dabei aber auch die Dauer der Einwirkungszeit.

Folgen der Langzeiteinwirkungen von Elektrosmog

„Bei gesunden Menschen zeigten sich frühestens nach 3 – 5jähriger Strahlenexposition (2 – 8 Std./Tag) krankhafte Erscheinungen, die vor allem Funktionen des Zentralnervensystems (Gehirn) betrafen. Erst ab 5jähriger, noch ausgeprägter ab 10jähriger Strahlenexposition nahmen Zahl und Intensität der Erkrankungen deutlich zu.“

So der Prof. Dr. med. habil. Karl Hecht, Neurophysiologie der medizinischen Fakultät (Charité) der Humbolt-Universität Berlin,
in der Veröffentlichung „Zu den Folgen der Langzeiteinwirkungen von Elektrosmog“, Heft 6 der Schriftenreihe der „Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V.“ (Seite 53) (siehe auch unter Grenzwertvergleich).

Zu dem gleichen Ergebnis kommt 2004 auch die sogenannte “Naila-Mobilfunkstudie”, von Dr. med. Horst Eger in Naila. In der Studie stellten “Die Studie zeigt eine etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für Krebsneuerkrankungen im Nahbereich einer Basisstation im Vergleich zum Fernbereich (1994 bis 2004), wobei in den ersten fünf Jahren des Sendebetriebs keine signifikante Erhöhung beobachtet wurden, im Zeitraum 1999 bis 2004 – also nach fünf Jahren Betriebszeit – jedoch ein dreifach signifikant erhöhtes Krebsrisiko.”
(Zitate aus der Stellungnahme des Bundesamt für Strahlenschutz zur Naila-Mobilfunkstudie zur Naila-Mobilfunkstudie)  (siehe auch unter Grenzwertvergleich).

 

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Zuletzt überarbeitet am 14.01.2019